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WIEN-TAGEBUCH: 4. Dezember 2018

DER GENIUS VOM KENOTAPH FÜR MARIA CHRISTINA
VON ANTONIO CANOVA IN DER AUGUSTINERKIRCHE IN WIEN

Anläßlich einer Führung in der Augustinerkirche bewunderte ich – nicht zum ersten Male – eines der Meisterwerke von Antonio Canova.
Der Tag war hell, und so gelangen einige Fotos, die hier in Auswahl zu sehen sind.

Genius Kenotaph Maria Christina Antonio Canova

Allgemein bekannt ist der Kenotaph, den Herzog Albert von Sachsen-Teschen
für seine geliebte Maria Christina von Antonio Canova gestalten ließ.
In Rom verfertigt, kamen die Teile des Monuments nach Wien
und wurden da in der Augustinerkirche aufgestellt.
Vieles ist darüber schon geschrieben worden. Hier sei nur auf einen Zeitungsbericht aus dem Jahre 1805 eingegangen, der sich
auf den Genius auf den Stufen des Monuments bezieht.

Genius Kenotaph Maria Christina Antonio Canova

So lautet der anonyme Bericht "Aus Wien" im Intelligenzblatt
der Zeitung für die elegante Welt vom 20. August 1805 (Auszug):

Es ist die Figurengruppe für das Mausoleum der verstorbenen Erzherzogin Christina, Gemahlin des Herzogs von Sachsen-Teschen, welche Canova in Rom verfertigte. Canova ist selbst mit herübergekommen; das Monument wird in der Augustinerkirche aufgestellt, und man arbeitet eifrig, um es bald zu Stande zu bringen. Für jetzt kann man es in den engen und dunklen Umgebungen nicht ganz genießen, und doch spricht man schon von weiblichen Pygmalions, welche der schöne Genius in der Gruppe mit unüberwindlicher Sehnsucht erfüllte.

Genius Kenotaph Maria Christina Antonio Canova

Welch ein Unglück, wenn künftig die Wiener Mädchen bei dem Besuche der Augustinerkirche den steinernen Genius zum Prototypus ihrer Geniusse aus Fleisch und Bein konstituiren, und dieß Göttergebilde weder am Kohlmarkt, noch am Graben beim Nachhausegehen sich ihnen verklärt. In der That aber ging in dieser Gestalt unter dem Meißel Canova's eine Unendlichkeit des Schönen hervor, daß man bei ihrer Anschauung an dem Vermögen der eignen Phantasie gänzlich verzweifelt.

Soweit das Zitat aus der Zeitung von 1805.
Wie werden da doch die Wiener Mädchen bedauert, denen solche "Göttergebilde" aus "Fleisch und Bein" in Wien nicht begegnen . . .

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Fotos: Copyright Dr. Waltraud Neuwirth, Wien

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